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von Johannes Callsen

Virtuelle Realität in der Zerspanung – vom Wow-Effekt zum echten Mehrwert

Lesezeit: 5 Min.

Virtuelle Realität (VR) ist längst kein reines Gaming-Thema mehr. Auch in der Industrie gewinnt die Technologie an Bedeutung – von der Produktentwicklung bis hin zum Vertrieb. Doch wo liegt der konkrete Nutzen für die zerspanende Fertigung?

Eine Erfahrung, die uns das sehr deutlich gezeigt hat, war die AMB in Stuttgart. Dort haben wir die Apple Vision Pro vorgestellt und unsere Software in einer virtuellen Welt erlebbar gemacht. Das Interesse war groß – doch immer wieder kam die provokative Frage: „Und was soll ich damit in der Fertigung?“

Die ehrliche Antwort lautet: Natürlich wird morgen niemand mit der Vision Pro durch die Fertigung laufen. Aber vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, darüber nachzudenken, wie VR und AR in der zerspanenden Fertigung sinnvoll eingesetzt werden können.

Unsere bisherigen Tests mit Geräten wie der Apple Vision Pro oder der Meta Quest zeigen: Der Einsatz direkt an der Maschine ist aktuell noch gering. Brillen sind oft zu groß und im laufenden Betrieb unpraktisch. Auch VR-Montageanleitungen wirken noch etwas „klobig“. Trotzdem: Der Trend ist klar – kleinere, leichtere und ergonomischere AR/VR-Brillen werden in Zukunft vieles verändern.

Besonders spannend wird VR dort, wo Komplexität greifbar gemacht werden muss – in der Kundenkommunikation und als Erlebnisfaktor im Vertrieb.

Komplexe Teile & Baugruppen in VR besprechen

Statt Prospekten oder stumpfen Maschinenlisten erleben Kunden ihre Bauteile und Fertigungsmöglichkeiten immersiv in VR. Das sorgt nicht nur für einen Wow-Effekt, sondern auch für ein besseres Verständnis der eigenen Lösung.

Beispiele:

  • In Kundenterminen lässt sich die Fertigungshalle begehbar machen – lange bevor die ersten Teile bestellt sind.
  • Vertriebsmitarbeiter präsentieren nicht nur Fertigungsmöglichkeiten, sondern ein Erlebnis, das im Kopf bleibt.

Und hier darf man ruhig provokativ sein: Wer neue Kunden gewinnen und Aufträge sichern will, muss neue Wege gehen. Immer die gleichen Maschinenlisten, Referenzteile und Firmenfilmchen – das überzeugt niemanden mehr.

Kunden erwarten Innovation, gerade von ihren Partnern in der Fertigung. Und mal ehrlich: Wenn wir selbst nicht zeigen, dass wir neugierig auf neue Technologien sind – warum sollten unsere Kunden uns dann als innovativen Partner wahrnehmen?

VR im Vertrieb ist daher nicht nur ein nettes „Gimmick“. Es ist ein klares Signal: Wir denken weiter, wir probieren Neues aus, und wir gehen auch unkonventionelle Wege, um unsere Kunden zu begeistern.

Marketing & Vertrieb – VR als Erlebnisfaktor

Statt Prospekten oder stumpfen Maschinenlisten erleben Kunden ihre Bauteile und Fertigungsmöglichkeiten immersiv in VR. Das sorgt nicht nur für einen Wow-Effekt, sondern auch für ein besseres Verständnis der eigenen Lösung.

Beispiele:

  • In Kundenterminen lässt sich die Fertigungshalle begehbar machen – lange bevor die ersten Teile bestellt sind.
  • Vertriebsmitarbeiter präsentieren nicht nur Fertigungsmöglichkeiten, sondern ein Erlebnis, das im Kopf bleibt.

Und hier darf man ruhig provokativ sein: Wer neue Kunden gewinnen und Aufträge sichern will, muss neue Wege gehen. Immer die gleichen Maschinenlisten, Referenzteile und Firmenfilmchen – das überzeugt niemanden mehr.

Kunden erwarten Innovation, gerade von ihren Partnern in der Fertigung. Und mal ehrlich: Wenn wir selbst nicht zeigen, dass wir neugierig auf neue Technologien sind – warum sollten unsere Kunden uns dann als innovativen Partner wahrnehmen?

VR im Vertrieb ist daher nicht nur ein nettes „Gimmick“. Es ist ein klares Signal: Wir denken weiter, wir probieren Neues aus, und wir gehen auch unkonventionelle Wege, um unsere Kunden zu begeistern.

Herausforderungen

Natürlich gibt es auch Hürden:

  • Hardware: Die heutigen Brillen sind noch zu groß und schwer für den Dauereinsatz in der Werkhalle.
  • Software-Integration: CAD-/CAM- oder ERP-/MES-Daten müssen VR-fähig gemacht werden – und das möglichst einfach.
  • Akzeptanz: Mitarbeiter und Kunden müssen den Nutzen klar erkennen. Wenn VR als „Gadget“ wahrgenommen wird, verpufft der Effekt schnell.
  • Einfachheit: VR muss „auf Knopfdruck“ funktionieren – sonst scheitert es im hektischen Alltag.

FAQ – die häufigsten Fragen aus der Praxis

VR wird vor allem in der Kundenkommunikation und Planung eingesetzt, um komplexe Bauteile in 3D darzustellen, Missverständnisse zu vermeiden und Fertigungsprozesse besser zu visualisieren.

Aktuell ist der Einsatz in der Werkhalle noch eingeschränkt, da die Hardware oft zu groß und unpraktisch ist. Zukünftige Entwicklungen werden hier jedoch neue Möglichkeiten schaffen.

VR schafft ein immersives Erlebnis, das Kunden stärker einbindet, komplexe Inhalte verständlicher macht und Unternehmen als innovativen Partner positioniert.

Zu den größten Herausforderungen zählen die aktuelle Hardware, die Integration bestehender Systeme, die Akzeptanz bei Nutzern sowie die Notwendigkeit einer einfachen und schnellen Bedienung.

Fazit:

Aktuell ist VR in der Zerspanung noch kein Standard – aber der Weg ist klar:

  • Kundenkommunikation profitiert durch bessere Visualisierungen.
  • Vertriebsgespräche gewinnen durch emotionale Erlebnisse und innovative Ansätze.

Für den Maschinenbediener im Alltag ist VR heute noch nicht praktikabel. Doch mit leichteren, ergonomischen Brillen und besserer Integration in bestehende Systeme wird sich das ändern.

Wer schon jetzt erste Schritte geht, sammelt wertvolle Erfahrung – und verschafft sich einen Innovationsvorsprung.

Autor*in des Artikels
Johannes Callsen
Senior Sales Manager

Senior Sales Manager & Experte für neue Technologien

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